CPAP-Maske bei Schlafapnoe: wirksam, aber nicht sehr beliebt

Therapie mit einer CPAP Maske

Bei einer mittelschweren bis schweren obstruktiven Schlafapnoe (OSA) wird während der Nacht das Tragen einer sogenannten CPAP-Maske empfohlen. Das ist laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) derzeit die Standardtherapie.1 CPAP steht für „Continuous Positive Airway Pressure“. Auf Deutsch: kontinuierlicher Atemwegsüberdruck.

Die technische Ausrüstung besteht aus einer Atemmaske, die über einen flexiblen Schlauch mit dem CPAP-Beatmungsgerät verbunden ist. Das CPAP-Gerät, das neben dem Bett platziert wird, saugt Luft aus der Umgebung an, filtert diese und pumpt sie durch den Schlauch mit Überdruck in die Atemwege. Dabei atmet der Betroffene komplett über die Maske ein und auch gegen den fast vollständigen Gegendruck wieder über die Maske aus.

Gängig sind drei verschiedene Maskentypen:

  • Full-Face-Masken umschließen den Mund und die Nase. Sie werden häufig bei Patienten mit Nasenatmungsbehinderung, Mundatmern und bei Therapien mit hohem Druck verwendet.
  • Nasenmasken sitzen nur über der Nase. Sie sind kleiner und auch leichter als Full-Face-Masken.
  • Nasenpolstermasken bestehen aus zwei Endstücken aus weichem Kunststoff, die in die Nasenlöcher eingeführt werden. Das Gesicht bleibt so weitestgehend frei. Dieser Maskentyp ist allerdings nur geeignet, wenn ein sehr geringer Überdruck therapeutisch ausreichend ist.

Alle Masken verfügen über eine sogenannte „Leckage-Ventilöffnung“. Hierüber strömt kontinuierlich eine kleine Menge Luft aus, unter anderem auch die Ausatemluft. Eine gewisse „Undichtigkeit“ ist also richtig und wichtig.


Wie funktioniert die CPAP-Therapie?

So wirkt die CPAP-Therapie: Der Überdruck der Atemluft verhindert Atemaussetzer während des Schlafs, die für die obstruktive Schlafapnoe typisch sind. Während des Schlafs entspannt sich die Muskulatur, was unter Umständen dazu führen kann, dass die oberen Atemwege in sich zusammenfallen (kollabieren). Dadurch wird der Atemfluss unterbrochen. Zudem kann die Zunge, wenn die Muskulatur erschlafft, in den Rachen rutschen und den Zugang zur Luftröhre blockieren.

Bei jedem Atemaussetzer kommt es zu einer Weckreaktion, die dem Körper unterbewusst hilft, sich wieder zu stabilisieren. Das Ganze spielt sich innerhalb von Sekunden ab und der Schläfer bekommt davon in der Regel nichts mit. Obwohl er nicht wirklich wach wird, wird er aus seiner Schlafphase herausgerissen, Blutdruck und Herzfrequenz steigen an, bevor er dann wieder in den unruhigen Schlaf zurückfällt. Die Folgen der wiederholten nächtlichen Atemaussetzer spürt er sehr wohl: Am nächsten Morgen wachen Menschen mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) gerädert auf und sind tagsüber ständig müde.

Normalerweise herrscht im Schlaf beim Einatmen in den oberen Atemwegen ein Unterdruck. Dieser Unterdruck erhöht das Risiko, dass die erschlaffte Muskulatur kollabiert und/oder die Zunge nach hinten rutscht. Eine Beatmung mit leichtem Überdruck erscheint deshalb bei OSAS als geeignete Therapie, um die Muskulatur zu stabilisieren und gefährliche Atemaussetzer zu verhindern.

Das funktioniert tatsächlich: Die nächtliche Beatmung über eine CPAP-Maske ist nachweislich in der Lage, die Atemwege offen zu halten. Atemaussetzer treten deutlich seltener oder gar nicht mehr auf. Der Sauerstoffgehalt des Blutes steigt an, der Körper wird wieder besser mit Sauerstoff versorgt. Die Schlafqualität bessert sich und die Tagesmüdigkeit geht zurück.2 Und es gibt noch einen positiven Nebeneffekt, der besonders den Schlafpartnern/innen zugutekommt: Das Schnarchen hört bei Überdruckbeatmung meistens auf.

Mögliche Folgeerkrankungen der obstruktiven Schlafapnoe sind Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Studien konnten nachweisen, dass sich der Blutdruck durch eine CPAP-Therapie normalisieren kann.2,3 Unklar ist, ob sich auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko von OSAS-Betroffenen durch diese Behandlung verringern lässt.

Eine große Studie, mit fast 3.000 OSAS-Betroffenen (mit koronarer Herzkrankheit), zeigt keinen Schutzeffekt der CPAP-Therapie mit Blick auf das Herzrisiko.4  Das kam überraschend, da sich die Schlafqualität sowie der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) in der Studie deutlich besserten. Der AHI als Maß für die Anzahl der Atemaussetzer verringerte sich von durchschnittlich 29,0 auf 3,7 Ereignissen pro Stunde. Die OSAS-typische Atemstörung lässt sich also durch die CPAP-Beatmung effektiv behandeln.

Effekte der CPAP-Beatmung im Überblick:

  • Die OSAS-typischen gefährlichen Atemaussetzer werden reduziert.
  • Der Sauerstoffgehalt des Blutes steigt.
  • Das Schnarchen bessert sich.
  • Ein erhöhter Blutdruck wird gesenkt.

Über alternative Schlafapoe Behandlungen informieren:

 


Warum viele Betroffene die CPAP-Maske ablehnen

Die Wirksamkeit der CPAP-Behandlung ist unstrittig, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Die Betroffenen müssen die CPAP-Maske konsequent ein Leben lang tragen. Studien zeigen jedoch, dass noch nicht einmal die Hälfte aller OSAS-Betroffener die ärztlichen Anweisungen befolgt.5

CPAP-Maske & Gerät stören beim Schlafen

Viele Betroffene erleben das Tragen der Maske als unangenehm und störend.7 Das liegt zum einen an dem kontinuierlichen Luftdruck, der beim Ein- und Ausatmen herrscht. Vielen fällt es schwer, gegen den Luftdruck auszuatmen. Das empfinden manche Betroffene als anstrengend, sodass sie schnell ein Gefühl von Atemnot entwickeln.

Folgende Anwendungsfehler gefährden häufig den Therapieerfolg:

  1. Die Maske wird oft nicht richtig fixiert. Sie muss fest anliegen, sonst kann seitlich Luft entweichen. Das sollte nicht passieren, weil dann nicht sichergestellt werden kann, dass die Atemluft auch wirklich mit Überdruck in die Atemwege strömt.
  2. Viele Anwender klagen aufgrund einer schlecht sitzenden CPAP-Maske oder Leckagen auch über gerötete oder trockene Augen. Die im Schlaf ausströmende Luft kann sogar Augenentzündungen bzw. Bindehautentzündungen auslösen.
  3. Viele Betroffene tragen die CPAP-Maske nicht lange genug. Sie setzen die Maske zwar vor dem Einschlafen auf, nehmen sie dann aber im Laufe der Nacht wieder ab. Das empfohlene Minimum – fünf Stunden pro Nacht – wird so oft unterschritten.6 Im schlimmsten Fall wird die Behandlung sogar ganz abgebrochen und das CPAP-Gerät landet in der Abstellkammer.

Beklemmungen und laute Geräusche durch CPAP

Zudem fällt es vielen schwer, mit der technischen Ausrüstung einzuschlafen und/oder durchzuschlafen. Die Maske erzeugt Beklemmungen. Aber auch Mund- und Nasentrockenheit sowie andere Nebenwirkungen und Probleme bei der Anwendung der CPAP-Maske führen dazu, dass sich Betroffene mit dieser Therapie nicht wohlfühlen. Schließlich kann auch die technische Geräuschkulisse der CPAP-Therapie ein Hindernis sein.

Mit anderen Worten: Die CPAP-Therapie, die dem Betroffenen zu einem erholsamen Schlaf verhelfen soll, kann ihrerseits den Schlaf empfindlich stören. Außerdem schreckt viele die Aussicht ab, fortan immer – ein Leben lang – mit dieser technischen Ausrüstung schlafen zu müssen. Auch Partner von OSAS-Betroffenen finden diese Vorstellung irritierend und unterstützen die CPAP-Behandlung längst nicht immer, obwohl sie deren Wirksamkeit in punkto Schnarchen als sehr befreiend erleben.


Was Betroffene sagen

Häufige Nebenwirkungen & Probleme mit der CPAP-Maske


CPAP-Maske passt nicht und verrutscht - Augenreizungen & andere Folgen

Die meisten CPAP-Masken besitzen eine standardisierte Form und lassen sich nicht individuell anpassen. So kommt es vor, dass die Maske nicht richtig passt oder im Schlaf  verrutscht und Luft entweicht. Der therapeutisch notwenige Überdruck der Atemluft ist dann nicht mehr sichergestellt.

Außerdem kann der austretende Luftstrom zu Augenreizungen bis hin zur Bindehautentzündung führen. Schmerzhafte Druckstellen und Druckgeschwüre können ebenfalls Folgen sein, wenn die CPAP-Maske nicht passt. Die ausströmende Luft kann auch den oder die Bettpartner/in stören und im schlimmsten Fall zu Erkältungen führen. Zudem wird der gesunde Schlaf sowohl bei Betroffenen als auch beim Partner empfindlich gestört.

Wie bei Chris Schlosser, der seine Geschichte in einem Erfahrungsbericht schildert. Die ständig abrutschende CPAP-Maske führte hier letztendlich dazu, dass er eine Wand aus Pappe im Ehebett aufbauen musste, um seine Partnerin vor der ausströmenden Luft abzuschirmen. Aufgrund seiner Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und verengten Nasenlöchern war Chris Schlosser auf eine Vollgesichtsmaske (Full-Face-Maske) angewiesen, die Mund und Nase bedeckt. Diese verrutscht nachts immer wieder und riss ihn unsanft aus dem Schlaf. Eine nicht optimale Passform ist ein häufiges Problem bei der Therapie mit einer CPAP-Maske. Der Wechsel auf eine andere Maske ist einen Versuch wert, aber nicht immer lassen sich die Probleme dadurch beseitigen. Das genaue Vorgehen besprechen Sie bitte Sie mit Ihrem Arzt. Auch alternative Behandlungen sollten in Betracht gezogen werden. 


Das Ausatmen gegen den kontinuierlichen Überdruck des CPAP-Beatmungsgerätes entspricht nicht der natürlichen Atmung. Deshalb wird das Atmen mit CPAP-Maske oft als sehr anstrengend und unangenehm empfunden. Bei manchen kommt es sogar zu einem Gefühl von Atemnot. Können die Betroffenen die Maske in dieser Situation nicht schnell genug ablegen, können sogar Angst- und Panikattacken entstehen.

Viele fühlen sich durch die Atemmaske eingeengt. Die Maske muss eng anliegen, damit am Rand keine Luft austreten kann. Die Gummibänder, mit denen die Maske fixiert wird, müssen deshalb relativ stramm sitzen. Selbst wenn man sie „so locker wie möglich“ einstellt, ist der Druck für viele immer noch beklemmend unangenehm. Viele müssen sich deshalb jede Nacht aufs Neue überwinden, die CPAP-Maske anzulegen.

Weitere Gründe für Unwohlsein & Panikattacken beim Tragen der CPAP-Maske sind eventuell:

  • frühere negative Erfahrung, z.B. die Beatmung über eine Maske im Krankenhaus
  • die Sorge über mögliche Strangulation durch das Kopfband der Maske
  • das störende Gewicht der CPAP-Maske
  • das Gefühl eines Fremdkörpers im Gesicht, vor allem bei Full-Face-Masken
  • Panik durch die ausströmende kalte Atemluft

Um etwas gegen die Klaustrophobie und mögliche Panikattacken durch CPAP zu unternehmen, sollte man sich vor allem folgende Fakten vor Augen führen:

  1. Das CPAP-Beatmungsgerät drückt immer Luft zum Atmen nach
  2. Die klaustrophobische Angst entsteht häufig dadurch, dass das Beatmungsgerät kontinuierlich Luft in den Betroffenen drücken möchte. Doch genau dies ist die wichtige Luft zum Atmen und beugt dem gefährlichen Verschluss der Atemwege vor. Die Gefahr für die Gesundheit ist ohne CPAP-Maske erheblich größer
  3. Training mit der CPAP-Maske am Tag kann helfen, z.B. vor dem Fernseher oder beim Lesen
  4. Es gibt alternative Behandlungsmöglichkeiten, also setzen Sie sich nicht so unter Druck. Geben Sie aber auch nicht zu schnell auf. Das Gewöhnen an die CPAP-Maske dauert seine Zeit.

Häufige Nebenwirkungen der CPAP-Therapie, wie trockener Mund/ Rachen und trockene/ verstopfte Nase, entstehen durch den verstärkten Einstrom der Atemluft durch die CPAP-Maske. Gerade das Atmen durch die Nase kann durch den Überdruck schwerfallen. Die Nase ist in der Folge oft verstopft und es kann zu Nasenbluten kommen. Außerdem kann sich bei mangelnder Feuchtigkeit das natürliche Keimspektrum von Mund- und Rachenraum verschieben. Zahlreiche für uns nützliche Bakterien und anderen Mikroorganismen besiedeln normalerweise unsere Schleimhäute. Verändert sich deren Spektrum, kann dies u. a. zu Mundgeruch führen.

Hinzu kommt, dass trockene Schleimhäute von Nase und Mund ihre Barrierefunktion bei der Abwehr von Krankheitserregern nicht optimal erfüllen können. Es gibt Hinweise, dass unter CPAP-Beatmung das Risiko von Infekten der oberen und unteren Atemwege steigt.8,9 Um ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern, wird vorbeugend die Verwendung von Luftbefeuchtern empfohlen, die sich an moderne CPAP-Geräte direkt anschließen lassen.7

Die behandelnden Ärzte sollten auf jeden Fall ständig prüfen, ob der Druck richtig eingestellt ist – also weder zu niedrig noch zu hoch. Denn die Mundatmung nimmt durch CPAP häufig zu, da der offene Mund das erschwerte Atmen durch die Nase kompensiert. Das Problem: Atmen durch den Mund trocknet nicht nur die Schleimhäute aus, sondern ist auch aus anderen Gründen ungesund. Nasenatmung reduziert die Adrenalinausschüttung und erhöht die Sauerstoffsättigung im Blut. Auch Schnarchen und Atemaussetzer werden reduziert. Zudem wird die Atemluft, welche durch den Mund einströmt, nicht gefiltert. Die Nase hingegen erwärmt, filtern und befeuchtet Atemluft, was wesentlich gesünder ist. Schlafen mit offenem Mund führt dazu, dass die Schleimhäute mehr Schleim produzieren, um der Trockenheit entgegenzuwirken, wodurch die Nase noch mehr verstopft, was wiederum die Mundatmung begünstigt. Zudem führt Mundatmung auch zu Mundgeruch und im schlimmsten Fall auch zu Karies. Ein trockener Mund raubt den Zähnen die natürliche Speichelschicht, was bakterielle Herde begünstigt und schlechten Atem verursacht. 

Ein weiterer großer Nachteil der Mundatmung: Stickoxide. Ein Viertel von ihnen wird in unseren Nebenhöhlen produziert. Aber nur dann, wenn wir durch die Nase atmen. Stickoxide sind maßgeblich verantwortlich für Ausdauer und Kraft der Muskulatur und regulieren den Blutdruck, sowie die Schlafqualität, weil sie die Blutgefäße weiten.

Wenn trotz Maskentausch und Einstellung des Überdrucks die Mundtrockenheit bleibt, sollte man zu anderen Hilfsmitteln oder einer alternativen Schlafapnoe Behandlung greifen.


Muskelkater im Brustkorb kann eine Begleiterscheinung der CPAP-Therapie sein, mit dem die Atemmuskulatur auf die Überdruckbeatmung reagiert. Die Lunge muss bei CPAP-Beatmung ständig gegen einen erhöhten Druck arbeiten. Diese ungewöhnliche Anstrengung kann einen „Kater“ der Atemmuskulatur im Brustkorb provozieren.


Ist der Druck des CPAP-Gerätes zu hoch kann es passieren, dass man Luft schluckt und ein Teil der Luft nicht in die Atemwege, sondern über die Speiseröhre in den Magen-Darm-Trakt gelangt.

Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen sind mögliche Folgen. Das lässt sich nur vermeiden, indem der Überdruck gedrosselt wird. Andererseits darf der therapeutisch erforderliche Druck nicht unterschritten werden, da es ansonsten weiterhin zu den nächtlichen Atemaussetzern kommt. Die gefährlichen Folgen & Risiken einer unbehandelten Schlafapnoe bleiben dann bestehen. Das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper und das Vermeiden von spätem Essen und Trinken können hier die Symptome des Blähbauchs durch CPAP lindern.

Weitere Ursachen für einen Blähbauch durch CPAP-Maske:

  • Hyperventilieren: Gerade bei mittlerem bis hohen Atemdruck kann es durch das erschwerte Ausatmen eventuell zu Angstzuständen und Panik mit Hyperventilation kommen, bei der Luft geschluckt wird und ein Blähbauch entsteht
  • Mund offen: Sogenannte Mundatmer schlafen nachts mit offenem Mund. Trägt ein Patient mit offenem Mund nun aber eine CPAP-Nasenmaske, kann die vom Schlafapnoe-Gerät gepumpte Luft über den Mund entweichen. Es kommt zu einer unbewussten Panikreaktion und dem Gefühl zu erstickenSo wird die Luft zu schnell eingeatmet und in die Speiseröhre gedrückt. Hier sollte zunächst der Maskentyp gewechselt werden, hin zur Full-Face-Maske
  • Schnupfen oder verstopfte Nase: Egal, ob Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase. Grippe, Erkältungen und Allergien sorgen dafür, dass Sie nicht den Überdruck aufnehmen können, der benötigt wird, um die Atemwege offen zu halten. Es kommt zum Schlucken von Luft, was zum Blähbauch führt
  • Zu niedriger Luftdruck: Nicht nur zu hoher Überdruck kann zu Blähungen führen. Ist der Druck zu niedrig, kommt es weiterhin zu den nächtlichen Atemaussetzern. Das Bedürfnis nach mehr Luft in der Lunge führt ebenfalls dazu, dass man Luft schlucken könnten

Manche Menschen fühlen sich durch das Geräusch des CPAP-Gerätes im Schlaf gestört. Auch vom Maskenventil gehen Störgeräusche aus. Das Tragen von Ohrstöpseln, das geräuschsensiblen Menschen empfohlen wird, stellt nur bedingt eine Lösung dar. Zur Beatmung käme damit eine weitere Manipulation hinzu, die das Schlafen ihrerseits beeinträchtigen kann. Auch der Schlaf der Bettpartner/in leidet. Häufig führt diese Nebenwirkung der CPAP-Maske zu Beziehungsproblemen und getrennten Betten. 


Kann eine CPAP-Therapie auch bei Erkältungen oder Heuschnupfen durchgeführt werden? Verschleimte Atemwege und eine verstopfte Nase können die Beatmung mit einer CPAP-Maske verkomplizieren. Bei einer banalen Erkältung lässt sich die Behandlung eventuell für kurze Zeit unterbrechen. Anders sieht es beim Heuschnupfen aus, der manchmal Monate lang andauert. Eine zufriedenstellende Lösung gibt es für dieses Probleme nicht. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, bei verstopfter Nase eine Full-Face-Maske zu tragen, die Mund und Nase bedeckt. Diese können wiederum zu den oben genannten Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Druckstellen führen, sowie ausströmender Atemluft, falls die CPAP-Maske nicht passt. 


CPAP-Masken sollten nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Auf den Plastikmasken setzen sich nämlich sehr schnell Keime fest, die eingeatmet werden, wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden. Auch gefährliche Krankheitserreger, die etwa Lungenentzündungen hervorrufen, können über kontaminierte Masken in die Atemwege gelangen. Deshalb sollte man bei der Reinigung der CPAP- die Herstellerempfehlungen sehr genau befolgen.


CPAP-Masken sind nicht sexy. Viele Partner fühlen sich durch das technische Equipment irritiert und gestört. Manche Betroffene berichten sogar von Beziehungskrisen. Schon allein der Gedanke daran, Beatmungsgerät und Maske den Rest des Lebens, Nacht für Nacht tragen zu müssen, schreckt viele Betroffene und ihre Angehörigen ab. Doch nur so kann die Überdruck-Therapie zum Erfolg führen. 


Geschwollene Augen, Augenringe und unansehnlichen Tränensäcke sind eine häufige Nebenwirkung der CPAP-Therapie. Grund hierfür sind vor allem falsch eingestellte Full-Face-Masken, die Druck unter den Augen und neben der Nase ausüben können.

Auch eine undichte CPAP-Maske kann ursächlich sein, da es durch winzige Luftlecks zur Irritation der Augen kommen kann. Gelangt ständig kalte abgeführte Atemluft in die Augen, trocknen diese aus und schwellen an. Es kann zusätzlich zu Problemen mit den Tränendrüsen, Nebenhöhlen oder Augenlidern kommen. Die ausströmende Luft kann, durch die angefeuchtete Atemluft, zur Flüssigkeitsansammlung um die Augen führen, wenn sie in diese Kanäle gelangt. 

Hier heißt es zunächst, dass man geduldig bleiben muss. Die CPAP-Therapie erfordert Zeit. Sobald eine Maske gefunden wurde, die richtig passt, verschwinden diese Nebenwirkungen häufig von allein.

Was man gegen Tränensäcke und geschwollene Augen tun kann:

  • Löffel aus Metall für ein paar Minuten in das Eisfach legen
  • Kalten Löffel für wenige Sekunden auf die Schwellung drücken und dabei leicht bewegen
  • Abwechselnd auf beiden Augen anwenden, bis der Löffel wieder wärmer geworden ist
  • Von Full-Face-Maske auf Nasenmaske oder Nasenpolstermaske (Nasenpillow) wechseln, sofern man kein Mundatmer ist, also mit offenem Mund schläft
  • Die CPAP-Nasenmaske sorgt für Druckentlastung, Lymphflüssigkeiten können besser ablaufen und stauen sich nicht unter den Augen
  • Vor dem Schlafen ein Pflaster auf die leeren Tränensäcke unter den Augen kleben. So kann sich das Gewebe in der Nacht nicht mit Flüssigkeit füllen

Neben den einzelnen Nebenwirkungen, welche die Lebensqualität der Betroffenen massiv beeinträchtigen kann, führen sie vor allem zu einer fatalen Konsequenz. Die Schlafapnoe-Betroffenen sind trotz CPAP-Maske ständig müde. Die Leistungsfähigkeit am Tag ist weiterhin reduziert und auch das laute Schnarchen hört nicht auf. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Atemaussetzer nicht erfolgreich durch die nächtliche Überdruckbeatmung gestoppt wurden.

In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen und mögliche Alternativen besprechen. 


 


Was tun, wenn die CPAP-Therapie versagt?

Geben Sie sich etwas Zeit. Es ist normal, dass Sie es am Anfang als störend empfinden, beim Schlafen eine Maske zu tragen. Nach einiger Zeit jedoch sollten Sie sich daran gewöhnt haben. Fühlen Sie sich aber nach mehreren Wochen noch immer unwohl und beeinträchtigt, sollten Sie das in jedem Fall mit Ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie unter Nebenwirkungen der CPAP-Therapie – zum Beispiel Beklemmungen, Mundtrockenheit, Partnerschaftsproblemen – leiden, sollten Sie die Behandlung nicht eigenmächtig abbrechen. Für manche Probleme gibt es Lösungen. Bei Mundtrockenheit etwa kann ein Luftbefeuchter helfen und bei Druckstellen ein Maskenwechsel.

Wenn Sie aber auf Dauer nicht mit der CPAP-Beatmung zurechtkommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über alternative Behandlungsmöglichkeit sprechen. Ein Zungenschrittmacher würde sich anbieten.

Eine gute Alternative: der Zungenschrittmacher

Eine Langzeitbehandlung, wie sie bei der chronischen Schlafapnoe erforderlich ist, muss nicht nur wirksam sein. Auch Verträglichkeit und Komfort müssen stimmen. In dieser Hinsicht überzeugt die nächtliche Beatmung mit einer CPAP-Maske viele Betroffene nicht.

Als Alternative bietet sich die Behandlung mit einem Zungenschrittmacher an. Das System misst kontinuierlich den Atemrhythmus des Betroffenen. Er stimuliert den Zungenmuskel und verhindert, dass dieser im erschlafften Zustand nach hinten rutscht und die Atemwege blockiert. Die OSA-typischen Atemaussetzer werden so vermieden. In der Folge lässt die Tagesmüdigkeit nach und die Leistungsfähigkeit steigt wieder an, was durch Studien mit vielen tausend Betroffenen dokumentiert ist. Die Zufriedenheit mit der Inspire-Therapie liegt bei über 90 Prozent.10 Das liegt nicht nur an der belegten Wirksamkeit, sondern auch daran, dass sich die Inspire-Therapie – im Gegensatz zur CPAP-Therapie – der natürlichen Atmung anpasst und ein freies Ein- und Ausatmen in der Nacht ermöglicht. Das Implantat ist von außen nicht sichtbar und wird ganz einfach auf Knopfdruck vor dem Schlafengehen aktiviert.





So funktioniert die Inspire Therapie

Über 15.000 Patient*innen weltweit können dank der Inspire Therapie wieder entspannt durchschlafen. Der Zungeschrittmacher arbeitet im Einklang mit dem natürlichen Atemrhythmus und vermindert nächtliche Atemaussetzer deutlich – ganz ohne CPAP-Maske.


Sie kommen für die Inspire Therapie infrage, wenn

  • Sie an einer mittleren bis schweren Obstruktiven Schlafapnoe leiden.
  • bei Ihnen die CPAP-Therapie nicht ausreichend wirkt oder die Maske Probleme bereitet.
  • Sie nicht zu stark übergewichtig sind (Body Mass Index (BMI) unter 35).

Die Kosten für die innovative Therapie übernehmen in diesem Fall die gesetzlichen Krankenkassen.


Hallo
Lebensqualität!

Entdecken Sie die Therapie auf Knopfdruck – die Alternative nach CPAP.

Leiden auch Sie oder Ihr Partner unter unerwünschten Ereignissen durch die Behandlung mit der CPAP-Therapie und sind Sie auf der Suche nach einer Alternative? Rufen Sie uns unverbindlich an, unser Medical Support Team steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Quellenangaben:

1 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF). e.V. Online verfügbar unter: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l_S3_SBAS_2017-08_2.pdf; Zuletzt abgerufen: April 2020.
2 Bratton DJ, Gaisl T, Schlatzer C et al. Comparison of the effects of continuous positive airway pressure and mandibular advancement devices on sleepiness in patients with obstructive sleep apnoea: a network metaanalysis. Lancet Respir Med 2015;3(11):869–878.
3 Bakker JP, Edwards BA, Gauta SP. Blood pressure improvement with continuous positive airway pressure is independent of obstructive sleep apnea severity. Sleep 2014;10(4):365–369 (3).
4 Deutsche Ärzteblatt. Online verfügbar unter: www.aerzteblatt.de/nachrichten/70278/Schlaf-Apnoe-CPAP-Beatmung-schuetzt-in-Studie-nicht-vor-Herz-Kreislauf-Ereignissen; Zuletzt abgerufen: April 2020.
5 Bakker JP et al. Motivational Enhancement for Increasing Adherence to CPAP. Chest 2016;150(2):337-45. doi: 10.1016/j.chest.2016.03.019.
6 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Online verfügbar unter: www.gesundheitsinformation.de/behandlung-einer-obstruktiven-schlafapnoe.2120.de.html?part=behandlung-as#zusb; Zuletzt abgerufen: April 2020.
7 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Online verfügbar unter: www.gesundheitsinformation.de/cpap-atemtherapie-umgang-mit-haeufigen-problemen.2120.de.html?part=behandlung-t6; Zuletzt abgerufen: April 2020.
8 Su VY, Liu CJ, Wang HK et al. Sleep apnea and risk of pneumonia: a nationwide population- based study. CMAJ 2014;186(6):415-421.
9 Sanner BM, Fluerenbrock N, Kleiber-Imbeck A et al. Effect of continuous positive airway pressure therapy on infectious complications in patients with obstructive sleep apnea syndrome. Respiration 2001;68(5):483-487.
10 Heiser C, Steffen A, Boon M et al. Post-approval upper airway stimulation predictors of treatment effectiveness in the ADHERE registry. Eur Respir J 2019;53(1):1801405.
11 Woodson, BT, Strohl, K P, Soose, R J et al. Upper Airway Stimulation for Obstructive Sleep Apnea: 5-Year Outcomes. Otolaryngology–Head and Neck Surgery 2018; 159(1):194–202


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