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Raus aus der Tagesmüdigkeit – Alles über Ursachen & Behandlung

Wegen einer schweren Schlafapnoe leidet Ilona Mohr unter starker Tagesmüdigkeit und kann ihren Alltag kaum noch bewältigen. Durch die innovative Inspire Therapie ist sie nun wieder aktiv und kann die Zeit mit ihren Liebsten genießen.


Zungenschrittmacher Erfahrungen mit der Inspire Therapie

 

 


Ilona Mohrs Erfahrungsbericht zur obstruktiven Schlafapnoe

In diesem Erfahrungsbericht stellen wir Ihnen Ilona Mohrs persönliche Geschichte vor und geben Ihnen weitere Informationen rund um eines der häufigsten Warnsignale für eine Schlafapnoe, die Tagesmüdigkeit. Gerade in Verbindung mit Atemaussetzern in der Nacht und lautem Schnarchen liegt der Verdacht einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) nahe. Aber auch andere Schlafstörungen können zu unterbrochenen Schlafphasen und somit einem ungesunden Schlafzyklus führen.


Video: Wie Ilona Mohr die OSA-bedingte Tagesmüdigkeit ohne CPAP-Maske überwindet



Müdigkeit war ihr ständiger Begleiter

Raus aus der Tagesmüdigkeit

Für Ilona Mohr bedeutet ihre Familie alles. Nach einem schweren Autounfall genießt sie als Frührentnerin die Freizeit mit ihren Liebsten und Freunden, vor allem mit ihrer siebenjährigen Enkelin. Dass sie heute so viel Energie für Kinder und Enkelkinder hat, ist nicht selbstverständlich.

Viele Jahre lang ist sie trotz ausreichendem Schlaf immer erschöpft, müde und fühlt sich antriebslos. Durch die Schlafstörungen leidet sie unter Tagesschläfrigkeit und selbst einfache Aktivitäten, wie das Bett richten, fallen ihr immer schwerer. Auch ihre Enkeltochter bemerkt, dass etwas nicht stimmt:

„Omi, ich möchte nicht mehr bei dir schlafen. Ich habe Angst, dass du im Schlaf wieder aufhörst zu atmen.“

Da erkennt Ilona Mohr den Ernst der Lage und sucht einen Arzt auf. Ein typischer Fall, denn: Die meisten Betroffenen merken selbst nicht, dass etwas nicht stimmt und ihnen nachts der Atem stockt. Oft sind es die Familie oder der Partner, die sehr beunruhigt sind durch die langen Atempausen verbunden damit, dass der Betroffene nach Luft schnappt und laut schnarcht. Häufig wiederkehrende Atemaussetzer im Schlaf sind – neben Tagesmüdigkeit und Schnarchen – eines der Leitsymptome für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom. Hingegen bedeutet aber nicht jedes laute Schnarchen gleich eine obstruktive Schlafapnoe. Solange die Atmung dabei normal funktioniert, ist es zwar „nervig“ für den Schlafpartner, wahrscheinlich aber eher harmlos.


Diagnose obstruktive Schlafapnoe

In einem Schlaflabor suchen Ärzte nach den Ursachen ihrer Tagesmüdigkeit und der nächtlichen Atempausen und stellen im Rahmen der Diagnose schließlich eine schwere Form der obstruktiven Schlafapnoe fest. Bei von Schlafapnoe Betroffenen erschlafft die Zunge im Schlaf und verschließt die Atemwege. Durch diese Atemaussetzer entsteht ein Sauerstoffmangel, auf den der Körper mit einer Aufweckreaktion reagiert. Durch das häufige Aufwachen in der Nacht leiden Betroffene wie Ilona Mohr unter starker Tagesmüdigkeit.

Wird eine obstruktive Schlafapnoe nicht ausreichend behandelt, erhöht sich das Risiko für Betroffene deutlich, verschiedene Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Diabetes zu entwickeln.

Um die Symptome zu reduzieren, erhält Ilona Mohr als Therapie eine Atemmaske, die sogenannte CPAP-Maske. Doch diese Behandlung war für Frau Mohr auf Dauer keine gute Lösung und kann einige Nebenwirkungen mit sich bringen.

„Bei meinem Autounfall war ich eingeklemmt und musste herausgeschnitten werden. Seitdem habe ich Panik, wenn es eng wird. Jeden Abend habe ich erneut versucht, die Maske aufzuziehen, aber es ging einfach nicht“

erzählt Ilona Mohr. Platzangst und Panikattacken sind häufig berichtete Probleme mit der CPAP-Maske.


Hoffnung durch den Zungenschrittmacher

Der Zungenschrittmacher wird vor dem Schlafengehen vom Patienten mit einer Fernbedienung aktiviert.

Ohne Beatmungsmaske kehren die belastenden Symptome der obstruktiven Schlafapnoe zurück. Eine Alternative zur CPAP-Maske wird der Frührentnerin zunächst nicht angeboten. So versucht sie, sich mit den Auswirkungen ihrer Krankheit zu arrangieren, bis sie in einer schlaflosen Nacht zufällig einen Bericht über die obstruktive Schlafapnoe im Fernsehen sieht.

Dort wird der Zungenschrittmacher als alternative Behandlung zur CPAP-Maske vorgestellt. Nach dem Fernsehbeitrag schöpft Ilona Mohr neue Hoffnung und vereinbart bereits am nächsten Tag einen Termin in dem nächstgelegenen Behandlungszentrum. Dort wird die Eignung der 60-Jährigen für die Therapie geprüft. Über die anstehende Operation macht sich Ilona Mohr keinerlei Gedanken:

„Ich habe einfach die Hoffnung, dass ich endlich wieder normal leben kann und nicht während Gesprächen einschlafe.“

Auch ihr behandelnder Arzt nimmt der Frührentnerin jegliche Angst, indem er sie umfassend über das Vorgehen informiert.




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Ein neues Leben dank der Inspire Therapie

Nach der Implantation und Aktivierung des Inspire Systems fühlt sich Ilona Mohr wie ausgewechselt. Die Behandlung gibt ihr nicht nur mehr Energie, sondern auch den Mut, Neues zu wagen. Durch ihre ständige Antriebslosigkeit und Müdigkeit hatte sie sich nicht getraut, eine neue Beziehung zu beginnen. Doch seit etwa einem Jahr steht ihr ein Lebensgefährte zur Seite, mit dem sie ihren wiedergewonnenen Alltag genießen kann. Auch ihre Angehörigen freuen sich über die erfolgreiche Therapie – besonders ihre Enkelin:


„Meine Kleine freut sich, dass ich wieder so viel Kraft habe. Sie erzählt ganz begeistert, dass sie ihre Omi mit einer Fernbedienung ganz leicht an- und ausschalten kann.“


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Die Behandlung mit dem Inspire Zungenschrittmacher eignet sich für Betroffene,

  • bei denen eine obstruktive Schlafapnoe festgestellt wurde
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Welche Ursachen kann es noch haben, wenn man trotz Schlaf ständig müde ist?

Viele Millionen Menschen in Deutschland leiden an Tagesmüdigkeit. Der DAK-Gesundheitsreport 2017 beziffert u. a., dass 80 Prozent der Erwerbstätigen schlecht schlafen und die Zahl der Schlafstörungen deutlich zunimmt (1). An Schlafapnoe leiden hierzulande rund 26 Millionen Menschen, weltweit gehen Experten von 936 Millionen Betroffenen aus (2). Aber nicht immer steckt eine OSA hinter der Tagesmüdigkeit. Ist man trotz ausreichend Schlaf am Tag ständig müde, dann ist dies ein deutliches Warnsignal des Körpers oder der Psyche. Physische und psychische Faktoren können sich auch gegenseitig bedingen, z. B. beim Thema Stress und Angst. Denn diese Zustände wirken sich enorm auf unseren Hormonhaushalt aus, der wiederum maßgeblich für unsere Schlafqualität ist. Auch bestimmte Medikamente können Schlafstörungen verursachen oder verschlimmern, ebenso wie Krankheiten oder eine schlechte Schlafhygiene.

Die Liste möglicher Ursachen für Müdigkeit am Tag ist dementsprechend lang.


Ursachen für Tagesmüdigkeit auf einen Blick

Mangelhafte Schlafhygiene

  • Zu langer Mittagsschlaf, Schichtarbeit, Zeitzonenwechsel (Jetlag)
  • Bewegungsmangel
  • Spätes und üppiges Essen vor dem Schlafen
  • Exzessiver Kaffee-, Nikotin- oder Alkoholkonsum
  • Nutzung von technischen Geräten mit hohem Blaulichtanteil im Bett (PC, Smartphone, Tablet)
  • Straßen-, Flug- und Bahnlärm oder auch TV-Geräusche
  • Mangelhafte Abdunkelung des Schlafzimmers

Krankheiten

  • Vitaminmangel (Vitamin D und Vitamin B12, B6 und Folsäure)
  • Unterversorgung mit Eisen (führt zu Blutarmut und Sauerstoffmangel)
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe, Narkolepsie und Insomnie
  • Neurologische Erkrankungen wie Restless-Legs-Syndrom, ADHS, Parkinson, Epilepsie, Alzheimer, Demenz
  • Depressionen, Stress und Angst
  • Autoimmunerkrankungen wie MS (Multiple Sklerose) und Myasthenia gravis (führt zu Muskelschwäche)
  • Chronische Infektionskrankheiten
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Leber-, Nieren- und Herzinsuffizienz
  • Tumore
  • Myotone Muskeldysthrophie Typ 1 (Curschmann-Steinert-Erkrankung), eine erbliche Muskelerkrankung, die u. a. mit Muskelsteifheit und -schwäche einhergeht

Medikamente

  • Antihistaminika und Migränemittel
  • Blutdrucksenkende und immunstimulierende Medikamente
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Antidepressiva
  • Krebsmedikamente

Mit welchen Symptomen macht sich Tagesmüdigkeit tagsüber bemerkbar?

Die Tagesmüdigkeit macht sich nicht nur durch die Müdigkeit an sich und vielleicht häufiges Gähnen bemerkbar. Viel mehr verspürt man eine emotionale Unausgewogenheit, die sich in folgenden Symptomen äußern kann:

  • Gereiztheit
  • Heißhungerattacken, enormes Hungergefühl
  • Antriebslosigkeit
  • Innere Unruhe (z. B. wie vor einer wichtigen Prüfung)
  • Depressive Nervosität
  • Konzentrationsstörungen
  • Durchschlafprobleme

Wenn die Tagemsüdigkeit durch OSA verursacht wird, müssen Sie handeln

Müde oder schläfrig – ein wichtiger Unterschied

Müde ist nicht gleich müde. Schlafforschung und Schlafmedizin sind noch vergleichsweise jung. Risiken, Ursachen und Formen mangelnder Schlafqualität und unterbrochener Schlafzyklen sind noch wenig erforscht. Typische Tagesmüdigkeit unterscheiden Experten von Tagesschläfrigkeit und den damit einhergehenden zentralen Hypersomnolenzen wie Narkolepsie (3). Schläfrigkeit und Müdigkeit zu trennen ist selbst für Ärzte und Wissenschaftler nicht ganz einfach. Eine ausführliche Anamnese ist wichtig, die auch Fragen nach schlafbezogenen Atmungsstörungen und Medikamente miteinbezieht. Auch andere Krankheitsbilder sollten immer abgeklärt werden. Dies geschieht auch im Schlaflabor, durch verschiedene Testverfahren zur Diagnose, die Fatigue Severity Scale (FSS) und die Epworth Sleepiness Scale (ESS).


Tagesmüdigkeit – wenn man nachts nicht richtig schläft

Sie tritt auf, wenn der erholsame Schlaf in der Nacht durch verschiedenste Ursachen unterbrochen wird. Dies verhindert, dass man die mindestens notwendigen 6-8 Stunden an Schlaf erreicht. An Tagesmüdigkeit leiden etwa 20-30 % der Patienten in Hausarztpraxen (4).

Typische Symptome tagsüber sind Erschöpfung, Gereiztheit oder Unruhe. Auch Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit sind nicht selten. Im Gegensatz zur Tagesschläfrigkeit besteht jedoch seltener eine akute Einschlafneigung, auch Schlafdruck genannt, die bis hin zum Sekundenschlaf führen kann. Obgleich auch die Tagesmüdigkeit ursächlich für das plötzliche Einschlafen am Steuer oder auf der Arbeit sein kann. Typischer ist hingegen die sog. Fatigue. Also eine Erschöpfung, die sich disproportional zur vorangegangenen Anstrengung verhält.

Tagesmüdigkeit kann vereinzelt auftreten, z. B. in stressigen Lebenssituationen (Jobwechsel, Trennung, Todesfälle usw.) oder durch mangelhafte Schlafhygiene.

Ist sie chronisch, so hat sie häufig psychiatrische, seltener organische oder andere Erkrankungen zur Ursache. Auch die obstruktive Schlafapnoe führt zu chronischer Tagesmüdigkeit, da der erholsame Schlaf durch die Atemaussetzer erheblich und regelmäßig gestört wird.

Chronische Tagessmüdigkeit deutet also entweder auf eine mangelnde Schlafhygiene oder auf eine dringend behandlungsbedürftige Schlafstörung hin, wie z.B. die obstruktive Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine). Wenn Sie also tagsüber ständig müde sind lohnt es sich, ein Besuch im Schlaflabor vorzunehmen. Es könnte eine OSA wie bei Ilona Mohr dahinterstecken. Und bleibt eine Schlafapnoe unbehandelt, birgt sie enorme Folgen & Risiken. Nicht zuletzt auch die erhöhte Unfallgefahr durch den mittel- bis langfristig möglichen Sekundenschlaf.


Tagesschläfrigkeit – wenn man vom Schlafen nicht genug kriegen kann

5 % der Patienten in Hausarzt-Praxen leiden hingegen an Tagesschläfrigkeit bzw. dem enormen Schlafdruck am Tage (3). Im Gegensatz zur Tagesmüdigkeit ist hier nicht die ständige Unterbrechung des gesunden Schlafzyklus in der Nacht die Ursache, also tatsächlich zu wenig Schlaf. Tagesschläfrigkeit entsteht stattdessen, weil der Schlafbedarf des Körpers stark erhöht ist, also statt 6 bis 8 Stunden eher 10 bis 11 Stunden beträgt. Auch wenn die Betroffenen also genug schlafen und auch ohne Störung durchschlafen, sind sie tagsüber sehr müde, weil ein erhöhter Schlafbedarf im normalen Alltag kaum abbildbar ist. Deswegen spricht man bei Tagesschläfrigkeit auch von „Schlafsucht“. Die Ursachen dafür sind vielfältig und häufig auf Krankheiten, wie z.B. Narkolepsie zurückzuführen.

Tagesschläfrigkeit zeichnet sich durch Symptome wie stark erhöhten Schlafdruck, bis hin zur Schlafsucht aus, was häufig zu Sekundenschlaf führt. Plötzlicher Sekundenschlaf, der im Extremfall wie bei einem Autounfall tödlich enden kann. Man spricht dann auch von exzessiver Tagesschläfrigkeit (excessive daytime sleepiness; EDS). Die Neigung zum Einschlafen besteht vor allem in monotonen Situationen, z.B. beim Lesen oder Autofahren auf langen und geraden, oder sehr vertrauten Strecken.

Der Begriff Hypersomnie wird weitläufig dafür verwendet, alle Schlafstörungen zusammenzufassen, die auf Grund des erhöhten Schlafbedarfs zu Tagesschläfrigkeit führen. Das sind zum Beispiel Erkrankungen und Schlafstörungen (u. a. durch Medikamente, Drogen verursacht), welche ihren Ursprung im zentralen Nervensystem haben.

Bekannte Ursachen sind hier:

  • Narkolepsie
  • Parkinson-Syndrom
  • Enzephalitiden
  • endokrine Störungen

Doch sie kann auch psychiatrische Erkrankungen als Ursache haben, z. B. Schizophrenie.

Eigentlich unterscheidet der Begriff Hypersomnie nochmal differenzierter, innerhalb aller zentralen Hypersomnolenzen, also die möglichen Erkrankungen hinter der Tagesschläfrigkeit.

So bezeichnet die Hypersomnie den erhöhten Schlafbedarf pro 24 Stunden an sich, während der Begriff Hypersomnolenz, als Überbegriff der zentralen Hypersomnolenzen (Alle Erkrankungen mit Ursache im zentralen Nervensystem, die zu Tagesschläfrigkeit führen) auch Erkrankungen beschreibt, welche nur Symptome der Tagesschläfrigkeit aufweisen, die aber nicht oder nicht nur auf erhöhten Schlafbedarf zurückzuführen sind. So wird es zumindest vom Swiss Medical Forum beschrieben. Doch selbst innerhalb der Wissenschaft werden diese Begriffe nicht einheitlich verwendet (5). Einige Mediziner unterscheiden auch noch zwischen idiopathischer Hypersomnie (IH) und nichtorganischer Hypersomnie (NOH). Doch wer soweit ins Detail gehen möchte, informiert sich am besten auf der Seite Universimed.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine differenzierte Diagnose der Tagesmüdigkeit gestaltet sich immer noch schwierig. Es gibt nach wie vor keine objektive Messmethode für Tagesmüdigkeit. Als diagnostisches Instrument wird im ersten Schritt – im Rahmen der Anamnese – die sogenannte Fatigue Severity Scale (FSS) angewendet. Dieser Fragebogen beinhaltet 9 Fragen zur Erschöpfbarkeit, zum Einschlafdruck und zur Symptomatik der Tagesmüdigkeit. Aus den Antworten errechnet sich ein Score von 1 bis 7. Liegt dieser bei > 4 spricht man von Tagesmüdigkeit.


Fragen zur Fatigue Severity Scale:

  1. Ich bin weniger motiviert, wenn ich müde bin
  2. Körperliche Bewegung macht mich müde
  3. Ich ermüde rasch
  4. Meine Müdigkeit beeinträchtigt meine körperliche Leistungsfähigkeit
  5. Meine Müdigkeit bereitet mir oft Probleme
  6. Meine Müdigkeit verhindert länger dauernde körperliche Tätigkeiten
  7. Meine Müdigkeit beeinträchtigt mich, gewisse Pflichten und Verantwortungen zu erfüllen
  8. Meine Müdigkeit gehört zu den drei Beschwerden, die mich am meisten behindern
  9. Meine Müdigkeit beeinträchtigt meine Arbeit, meine Familie oder mein soziales Leben

(Grafik: Abbildung aus Fatigue Severity Scale Tests bei Tagesmüdigkeit (6))



Zu jeder dieser Fragen bewertet der Patient seine Zustimmung auf einer Skala von 1 bis 7. Am Ende wird die Summe dieser Bewertungen gebildet und durch die Anzahl der Fragen – also 9 – geteilt. Liegt der Wert über 4, so spricht das für das Vorliegen einer Tagesmüdigkeit.


Liegt eine Tagesmüdigkeit vor, so empfiehlt sich ein Besuch im Schlaflabor. Hier können Schweregrad und genaue Ursachen abgeklärt werden. Der Fatigue-Test im Vorfeld dient vor allem der Unterscheidung zwischen medizinisch relevanter Tagesmüdigkeit und einem hin und wieder auftretenden Müdigkeitsgefühl am Tag, welches harmlose Ursachen haben kann. Häufig wird der vollständige Fatigue-Test im Schlaflabor durchgeführt und nicht vom Hausarzt vorgenommen. Dieser stellt lediglich vereinzelte Fragen im Rahmen der Anamnese, die sich an diesem Test orientieren.

Interessant ist hierbei, dass der FSS-Score bei Tagesschläfrigkeit meist nicht erhöht ist. Denn im Gegensatz zur Tagesmüdigkeit, bei der körperliche Aktivität die Symptome häufig verstärkt, schafft Ablenkung und Aktivität bei Tagesschläfrigkeit oft Abhilfe.

Zur Diagnose der Tagesschläfrigkeit werden andere Fragebögen benutzt, z. B. die Epworth Sleepiness Scale (ESS) (7). Diese wird übrigens auch angewendet, um den Verlauf und den Erfolg einer CPAP-Therapie zu beurteilen. Hierbei beziehen sich die Fragen auf verschiedene Situationen im Alltag und man soll beurteilen, wie weit man unter den jeweiligen Bedingungen dazu neigt, einzuschlafen.

Außerdem kann die Tagesschläfrigkeit, anders als die Tagesmüdigkeit, mit objektiven Messmethoden im Schlaflabor abgeklärt werden. Hierzu wird im Schlaflabor der Multiple Sleep Latency Test + EEG durchgeführt. Hierbei werden die durchschnittliche Einschlafzeit (Einschlaflatenz) und die Tiefe und Art der Schlafphasen ausgewertet. Liegt die Einschlafzeit bei < 5 Minuten, so liegt wahrscheinlich eine schwergradige Tagesschläfrigkeit vor. In der Auswertung der Schlafstadien und durch das EEG können anschließend die genauen Ursachen eingegrenzt werden.

Das Messen des Kardinalsymptoms einer Tagesschläfrigkeit – der übermäßige Schlafbedarf von > 10-11 Stunden – ist relativ leicht. Man lässt den Patienten im Schlaflabor einfach ausschlafen. Dies bezeichnet man auch als Polysomnographie ad Libitum


Unterschied zwischen Tagesmüdigkeit und Tagesschläfrigkeit

Risiko & Folgen – das metabolische Syndrom

Wer lange an unbehandelten Schlafstörungen leidet, die häufig zur Tagesmüdigkeit führen, läuft Gefahr am sog. „tödlichen Quartett“ zu erkranken – verursacht durch das metabolische Syndrom. Durch den Schlafmangel steigt also das Risiko für Diabetes, kranke Gefäße, Herzinfarkt und Schlaganfall in besonderem Maße an. Vom metabolischen Syndrom spricht man, wenn die Risikofaktoren Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutzuckerwerte und gestörter Fettstoffwechsel vorliegen. Tagesmüdigkeit schadet also dem Herz.

Dass Schlaf, Bewegung und Ernährung die Basis eines gesunden Lebens bilden und stark mit Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselproblemen und weiteren organischen und psychischen Erkrankungen zusammenhängen, ist bekannt. Wie genau, das muss noch weiter erforscht werden. Dass das tödliche Quartett auch zu den Folgen & Risiken der Schlafapnoe gehört, ist jedoch erwiesen.


Was kann man selbst tun, wenn man ständig müde ist

Nicht jeder, der tagsüber mal gähnt oder sich erschöpft fühlt, leidet an chronischer Tagesmüdigkeit, oder sogar an einer Schlafapnoe. Jedoch ist Müdigkeit immer ein Warnsignal des Körpers. Wir sollten Energie tanken und uns ausruhen. Wenn wir das jedoch ausreichend tun, aber trotz Schlaf am Tage müde sind und dieser Zustand trotz verbesserter Schlafhygiene und eingeführten Schlafritualen anhält, sollte man den Arzt aufsuchen und sich auch im Schlaflabor untersuchen lassen. Denn in diesem Falle könnten schwerwiegende Erkrankungen dahinterstecken. Im ersten Schritt ist aber immer von einem sog. verhaltensinduziertem Schlafmangel auszugehen, der die Tagesmüdigkeit verursacht.

Stellen Sie Tagesmüdigkeit fest, dann beachten Sie zunächst folgende Schritte zur Behandlung & Vorbeugung:

  1. Schlafverhalten beobachten – wann schlafe ich ein, wann wache ich auf, wie lange Schlafe ich im Schnitt?
     
  2. Schlafhygiene verbessern - schlafen Sie regelmäßig und immer zwischen 6-8 Stunden, fühlen sich nach dem Aufwachen und am Tag aber trotzdem müde, dann sollten Sie die Schlafhygiene & Schlafqualität verbessern
     
    • Zimmer richtig abdunkeln
    • Keine Handy- oder Tablet-Nutzung im Bett
    • Lautstärke reduzieren, z.B. durch Lärmschutzvorhänge, wenn man an einer Schnellstraße wohnt
    • Wenn Sie verspannt aufwachen, sollten Sie Kissen, Matratze oder Lattenrost erneuern
    • Keine Völlerei vor dem Schlafengehen
    • Ein gesunder Lebenswandel führt zu gesundem Schlaf, viel Nikotin, Koffein und Fett nicht
    • Keine Sport direkt vor dem Schlafengehen, aber genug Bewegung am Tag
    • Übergewicht vermeiden
    • Keine TV-Geräusche im Schlafzimmer
       
  3. Schlafrituale – gesunder Alltag – wenn Tipps zur akuten Verbesserung der Schlafhygiene nicht helfen, dann könnte Ihre Tagesmüdigkeit mit einem fehlenden Schlafritual, Stress oder einem ungesunden Lebenswandel zu tun haben. Hier helfen andere Tipps:
     
    • Massagen & Yoga
    • Autogenes Training
    • Körper auf Einschlafen vorbereiten, z.B. mit Entspannungsübungen oder dem Lesen eines Buches
    • Immer zur gleichen Uhrzeit ins Bett gehen
    • Viel Bewegung und gesunde Ernährung, vor allem abends Fett, Zucker und Koffein vermeiden

Selbst wenn der Tagesmüdigkeit oder Tagesschläfrigkeit eine unbehandelte psychische oder organische Erkrankung zugrunde liegt, können die Verbesserung der Schlafhygiene und unsere Tipps zum Einschlafen auf jeden Fall helfen. Leiden Sie aber trotzdem weiter an Tagesmüdigkeit, oder sogar Tagesschläfrigkeit und sogar Sekundenschlaf, dann ist ein Arzt aufzusuchen.


Wie wird eine medizinisch relevante Tagesmüdigkeit oder Tagesschläfrigkeit behandelt?

Das hängt stark von der Ursache ab.

  • Narkolepsie und Restless-Legs-Syndrom werden medikamentös behandelt.
  • Psychische Ursachen werden durch eine Verhaltenstherapie und weckende Antidepressiva behandelt
  • Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSA) wird primär mit CPAP-Therapie behandelt. Greift diese nicht oder bringt Nebenwirkungen mit sich, kann man einen Zungenschrittmacher anwenden
  • Körperliche Erkrankungen, Medikamente oder Drogen als Ursache müssen durch die Behandlung der Grunderkrankung, die Evaluierung und Optimierung der Dauermedikation oder den Drogenentzug beseitigt werden

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Quellenangaben

1 DAK-Gesundheit. Gesundheitsreport 2017. Online verfügbar unter:www.dak.de/dak/download/gesundheitsreport-2017-2108948.pdf; Zuletzt abgerufen im September 2020.
2 Benjafield AV, Ayas NT, Eastwood PR, et al. Estimation of the global prevalence and burden of obstructive sleep apnoea: a literature-based analysis. Lancet Respir Med. 2019;7(8):687-698. doi:10.1016/S2213-2600(19)30198-5.
3 Dietmann A, Maire M, Bargiotas P, et al. Tagesschläfrigkeit, Hypersomnie oder Tagesmüdigkeit? Swiss Med Forum. 2019;19(1920):319-324. doi:10.4414/smf.2019.08084.
4 Medical Tribune. Müde oder schläfrig? Zwei häufige Symptome, die es zu unterscheiden gilt. Online verfügbar unter: www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/muede-oder-schlaefrig-zwei-haeufige-symptome-die-es-zu-unterscheiden-gilt/; Zuletzt abgerufen im September 2020.
5 Mathis J, Hatzinger M. Praktische Diagnostik bei Müdigkeit/Schläfrigkeit. Schweiz Arch Neurol Psychiatr. 2011;162(08):300-309. doi:10.4414/sanp.2011.02323.
6 Valko PO, Bassetti CL, Bloch KE, et al. Validation of the fatigue severity scale in a Swiss cohort. Sleep. 2008;31(11):1601-1607. doi:10.1093/sleep/31.11.1601.
7 Bloch KE, Schoch OD, Zhang JN, Russi EW. German version of the Epworth Sleepiness Scale. Respiration. 1999;66(5):440-447. doi:10.1159/000029408


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